Welcher Biberacher kennt sie nicht?

Die „Kleine Schützenmusik“ gibt es jetzt schon seit dem Jahre 1821 und gehört damit zu den ältesten Spielmannszügen die sich nur aus Jugendlichen zusammensetzen.

Wahrscheinlich ist sie sogar „der“ älteste!

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte nahm die „Kleine Schützenmusik“ im Jahre 1821 am evangelischen Schützenfest als „Türkische Musik“ teil. Damals war das Schützenfest noch nach Konfessionen aufgeteilt. Im Jahre 1825 wurden die beiden nach Konfession getrennten Schützenfeste zusammengeführt. Dirigiert wurde diese Knabenmusik abwechselnd vom katholischen und evangelischen Kirchenmusikdirektor.
1842 wurde sie, auf Grund der geringen Anzahl der Mitspielenden, „Kleine Musik“ genannt. Obwohl sich die „Kleine Schützenmusik“ prächtig entwickelte, wurde sie aus Tradition unter diesem Namen bekannt.

Mindestens 93 Jahre lang marschierten die Knaben der „Kleinen Musik“ mit den so genannten „Kreissägen“, Filzhüten beim Umzug mit. Erst 1914 entwarf Professor Weiß, die zu der damaligen Zeit sehr beliebten Uniformen, wobei er sich an die Gewänder der Landsknechte während des 30-jährigen Krieges anlehnte.
Von Sorgen wurde jedoch auch die „Kleine Schützenmusik“ nicht verschont. Die zwei Weltkriege kosteten sie jeweils sechs Jahre, in denen sie bei dem Festzug nicht teilnehmen durfte.
Zeiten der Nachwuchssorge ergaben sich auch, jedoch fanden sich, dank der Beliebtheit der „Kleinen Schützenmusik“ immer wieder genug Jugendliche um den Fortbestand, wenn auch mit wenigen Mitgliedern, zu sichern.

Nachdem die Landsknecht-Uniform seit 50 Jahren getragen wurde, war der Wunsch nach einer neuen Uniform gewachsen.
Die neue Uniform, eine mittelalterliche Spielmannstracht, wurde schließlich ganze 25 Jahre getragen und vom Schützendirektor Willy Witzgall erschaffen. Also war der Schrei nach einer Neuerung, was die Uniform anbelangte sehr laut.
Bei der Wahl für die aktuelle Uniform, sprachen sich auch die Jugendlichen für den Vorschlag der „Brandenburgischen Dragoner“ aus. Dabei handelt es sich um eine Paradekleidung für Blutritte und Fronleichnamsprozessionen, welche denen der Truppen des schwäbischen Kreises und des Reichsheeres nachgebildet waren.

Der Spielmannszug, der damals wie heute aus Trommlern und Pfeifern bestand, wurde der „Kleinen Schützenmusik“ im Jahre 1966 zugewiesen.
1971 wurde der „Kleinen Schützenmusik“ zum 150jährigen Jubiläum die „Pro Musica-Plakette“ von Dr. Gustav Heinemann verliehen, welche den Verdienst und das Alter lobt. Damals zählte der Spielmannszug 25 Musiker und der Musikzug 60 Mitwirkende.
Peter Marx führte 1979 das Jahreskonzert ein, um das musikalische Niveau zu verbessern. Mit Herrn Rützel als Dirigent spielte die „Kleine Schützenmusik“ nicht mehr nur Marschmusik, sondern wagte sich auch an schwierigere Literatur.

Zum Ausdruck der Beliebtheit der „Kleinen Schützenmusik“ wird sie nicht gerade selten zu Auftritten auch außerhalb von Biberach, sogar bis ins benachbarte Ausland, eingeladen.

Die Heimat der „Kleinen Schützenmusik“ wurde im Jahre 1981 vom Hospital geschaffen. Damals wurde die Schützenkellerhalle renoviert und der Schützenmusik zum Proben überlassen. Enorme Summen wurden von der Schützendirektion für Uniformen, Instrumente, Ausbildung und Noten investiert und machen sie zu einem beliebten Ausbildungsorgan für jugendliche Musiker.

Nachdem die „Kleine Schützenmusik“ ganze 167 Jahre eine reine Jungengruppe gewesen war, wurden 1988 die Tore auch für Musikerinnen geöffnet.




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